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MBW-Gleitlager & Gleitelemente

Gleitelemente mit Festschmierstoffdepots

MBW-Gleitlager und Gleitelemente bestehen aus einem Grundkörper aus hochverschleissfesten Kupferlegierungen. In die Gleitflächen sind in regelmässigen Abständen Festschmierstoff Depots eingelassen. Die Verteilung dieser Depots ist dem Bewegungsablauf angepasst. Der stabile Bronzekörper kann hohe Belastungen aufnehmen, während eventuelle Schmutzpartikel in den Festschmierstoff Depots eingelagert werden können.

Bereits kleine Gleitbewegungen setzen durch Mikroabrieb Festschmierstoff frei. Dieser bildet an den Gleitpartnern einen fest haftenden Festschmierstofffilm mit glatter Oberfläche, der auch bei hohen Belastungen nicht aus der Kontaktzone verdrängt wird. So wird eine weitgehende Trennung der Gleitflächen mit einem dauerhaft niedrigen Reibwert und geringem Verschleiss erreicht. Vertragen hohe Temperaturen bei niedriger Gleitgeschwindigkeit und sehr starker Belastung.

 

Vorteile

  • selbstschmierend (Festschmierstoff), einbaufertig
  • wartungsfreier oder -armer Betrieb
  • meerwasserbeständig (erwähnen)
  • unempfindlich gegen Schwell- und Wechselbelastung
  • kein Stick-Slip-Effekt
  • temperaturunempfindlich von -40°C bis 400°C
    (bei Anwendungen über 150°C bitte angeben)
  • verträgt hohe Belastungen
  • verlängerte Wartungsintervalle
  • verträgt hohe statische Belastungen

 

 

Werkstoffeigenschaften
 

Werkstoff   650* 650S1 650S2 650S3 650S5
 Legierung   CuZn25Al5Mn4Fe3 CuSn5Pb5Zn5 CuAl10Ni5Fe4 CuSn12 CuZn25Al5Mn4Fe3
 Dichte kg/cm3 8 8.9 7.8 8.9 8
 Brinellhärte HB ≥ 210 ≥ 70 ≥ 150 ≥ 95 ≥ 250
 Zugfestigkeit N/mm2 ≥ 750 ≥ 200 > 600 ≥ 260 ≥ 800
 Streckgrenze N/mm2 ≥ 450 > 90 > 260 > 150 > 450
 Bruchdehnung % ≥ 12 ≥ 15 ≥ 10 ≥ 8 ≥ 8
 Lineare Wärmeausdehnung ×10-5/°C 1.9 1.8 1.6 1.8 1.9
 max. Temperatur ** °C –40 bis +300 –40 bis +300 –40 bis +400 –40 bis +400 –40 bis +150
 max. Belastung p  N/mm2 100 60 50 70 120
 max. Umfangsgeschwindigkeit v
 (trocken)

m/s

0.25

0.17

0.33

0.17

0.25
 max. PV–Wert N/mm2 x m/s 3.33 1.0 1.0 1.33 3.33
 Deformation bei 300 N/mm2   < 0.01mm < 0.05mm < 0.04mm < 0.05mm < 0.005mm

* Standardlegierung
** Temperatur Ober- und Untergrenze nicht als Dauertemperatur geeignet

online Gleitlager-Rechner

 

Festschmierstoff

 
 Typ   Eigenschaft   Anwendung
 SL1 (Standard)
 Graphit + Zusätze
sehr gute chemische Beständigkeit
max. Betriebstemperatur 400°C
 einsetzbar im allg. Maschinenbau
 SL4
 PTFE + MoS2 + Zusätze
tiefere Reibwerte
geeignet für Wassereinsatz
max. Betriebstemperatur 300°C
einsetzbar unter Wasser/Meerwasser 
Schiffen, Wasserturbinen, Gasturbinen,
usw.

Bitte beachten:
Die Werte dienen der Veranschaulichung. Bitte klären Sie spezifische Anwendungen mit unserem technischen Vertrieb ab. Da die Applikationen und äusseren Einflüsse je nach Anwendung sehr unterschiedlich sind, empfehlen wir in jedem Einzelfall eine anwendungsspezifische Prüfung durch den Verwender.

 

Lagergestaltung (Toleranzen)

Der Festschmierstoff muss die Möglichkeit haben sich in den Gleitspalt einzulagern. Dies geschieht einmal durch Abrieb und andererseits durch Ausquellen aus den Depots im Mikrometerbereich. Daraus folgt, dass eine Paarung mit Spiel Null bei Verwendung unserer MBW-Gleitelemente nicht möglich ist; dies würde unweigerlich zum Klemmen führen.

Buchsen
MBW-Buchsen verengen sich in der Bohrung nach dem Einpressen vom Toleranzbereich F7 auf einen Toleranzbereich H7. Voraussetzungen dafür sind:

  • die Toleranz der Gehäusebohrung mit H7
  • eine entsprechende Wandstärke des Gehäuses
  • die Einhaltung der optimalen Wandstärke der Buchse

Aus der Erfahrung der verschiedensten Einsatzfälle sollten folgende Toleranzfelder beim Gegenlaufpartner bevorzugt werden:

  • für hohe Genauigkeit im Allgemeinen Maschinenbau: Welle f7
  • für tiefe Belastung im Allgemeinen Maschinenbau: Welle e7
  • für hohe Belastung im Schwermaschinenbau: Welle d8
  • für Extremfälle im Anlagenbau / Ofenbetrieb / Off-shore-Bereich: Buchse D9, Welle e8

Platten und Winkelleisten
Bei diesen Elementen kann das Spiel zwischen den Gleitpartnern je nach Einsatzfall und gewünschter Genauigkeit zwischen 0,02 und 0,15 mm liegen. Im Allgemeinen werden Führungsschlitten so gefertigt, dass sich ein Spiel von 0,05 mm und ein senkrechtes Spiel von 0,1 mm ergibt.

 

Welle und Gegenlaufpartner

Als Gegenlaufpartner kommen nitrierte oder gehärtete Stähle beziehungsweise solche mit hartverchromter Oberfläche in Frage. Die Härtedifferenz zwischen den MBW-Gleitelementen und dem Gegenlaufpartner sollte min. 100 HB betragen um ein optimales Gleitverhalten zu gewährleisten.

  • Härte der Welle oder des Gegenlaufpartners: HRC 35 - 60 *
  • Oberflächenbeschaffenheit: Ra  0,4 - 0,8 µm (geschliffen)  *

* je nach Betriebsbedingungen

 

Reibungskoeffizient

Der Reibungskoeffizient ist abhängig von der Oberflächengüte der Welle, der Umfangsgeschwindigkeit, der Festschmierstoffe und der Betriebstemperatur.

Reibungskoeffizient:    0,10 - 0,30

 

Schmierung

Im Allgemeinen sind die MBW-Gleitlager und Gleitelemente wartungsfrei und müssen nicht geschmiert werden. Je nach Anwendung kann eine Initialschmierung oder Dauerschmierung helfen. Vor dem Einbringen der Gleitelemente sind die Aufnahmeflächen der Gehäuse zu säubern. Ein Ölfilm auf der Fügefläche erleichtert das Eindrücken bei Buchsen. Vor Montage der Lagerstelle sollten die Gleitflächen mit einem leichten Schmierfilm versehen werden, um den Einlaufverschleiss gering zu halten. Folgende Schmiermittel sollten bevorzugt werden:

  • PRESSOL Mehrzweckfett Nr.12511 (80°C)
  • Shell ALVANIA G  (80°C)
  • KLÜBER ALTEMP QNB 50  (80°C)
  • KLÜBER Centoplex 2  (80°C)
  • KLÜBER Alfa DH 3-350 (220°C)
  • GLEITMO 805  (220°C)

Die Verwendung von reinem MoS2-Fett (Molybdän-Disulfid) ist zur Initialschmierung von MBW-Gleitelementen ungeeignet, da dies zu einer Aufweichung und Auswaschung des Festschmierstoffes führt.

HINWEIS
Zum Schutz des Gleitlagers in schmutzintensiven Umgebungen empfehlen wir die Verwendung von Dichtungen.

 

Spanabhebende Bearbeitung

MBW-Gleitlager und Gleitelemente lassen sich sehr gut bearbeiten. Grundsätzlich besteht in der Bearbeitung kein grosser Unterschied zur Bearbeitung von handelsüblichen Stählen, so dass kein Spezialwerkzeug benötigt wird. Allerdings sollten nur scharfe bzw. möglichst neue Werkzeuge verwendet werden.

Drehen und Fräsen
Bei der Bearbeitung mit HSS-Werkzeugen bzw. Hartmetall ist der Einsatz von Kühlschmiermittel erforderlich. Bei grösserem Spanabhub zunächst bis auf ca. 0,3 mm Vorschruppen. Grundsätzlich gilt: Mit wenig Kraftaufwand, wenig Vorschub, bei hohen Drehzahlen und mit geringem Spanabhub Fräsen respektiv Vorschruppen. 

Bohren
Bei der Bearbeitung mit HSS-Werkzeugen ist der Einsatz von Kühlschmiermittel erforderlich. Das Bohren erfolgt wie bei herkömmlichen Stahl, im Bedarfsfall jedoch den Vorschub bei gleicher Drehzahl erhöhen. Flachleisten rückseitig bohren und anschliessend auf der Gleitfläche nachsenken, wenn das Bohren durch Festschmierstoff-Depots notwendig ist. 

Reiben
Bei der Bearbeitung mit HSS-Reibahlen ist der Einsatz von Kühlschmiermittel erforderlich. Das Reiben erfolgt wie bei herkömmlichen Stahl, im Bedarfsfall jedoch den Vorschub bei gleicher Drehzahl erhöhen.

Schleifen
Beim Schleifen der Einsatz von Kühlschmiermittel erforderlich. Es sollten Schleifscheiben aus Siliziumcarbid verwendet werden mit einer Korngrösse von 46-60. Empfohlen wir eine Drehzahl von 1500 U/min und Arbeitsgeschwindigkeit 30 m/min.

Verfügbarkeit

Standardabmessungen und Werkstoff (650 + SL1) aus Vorrat oder kurzfristig lieferbar (siehe auch Webshop)

 

Lieferformen

Zylinderbuchsen, Flansch- oder Bundbuchsen, Anlaufscheiben, Gleitplatten und Gleitleisten, Pendellager

Auftragsbezogene Herstellung

Abmessungen die ausserhalb des Standardsortiments liegen oder Sonderteile können wir nach Ihren Angaben oder Zeichnungsunterlagen liefern.

  • kundenspezifische Sonderformen
  • Buchsen mit Nuten, Schmierlöchern und Bohrungen
  • Halbschalen

 

Lagerung und Transport

Die Teile sind staubfrei und trocken zu lagern, mechanische Beschädigungen bei Transport und Lagerung sind zu vermeiden. Ebenso ist der Kontakt mit organischen und anorganischen Lösungsmittel zu verhindern, da es hierbei zur Zerstörung des Festschmierstoffs kommen kann.

  • Allgemeiner Maschinenbau
  • Werkzeug- und Baumaschinen aller Art
  • Kraftwerk- und Kesselbau
  • Schleusen- und Schiffsbau
  • Press- und Stanzwerkzeuge
  • Kunststoffgiess- und -spritzmaschinen
  • Kartonagen- und Verpackungstechnik
  • Schweiss-, Hebe- und Fördertechnik
  • Glasverarbeitung
  • usw.